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SCHULTERINSTABILITÄT

ANATOMIE DER SCHULTER

Schulterinstabilität

SYMPTOME

In den letzten Monaten hat sich die Stabilität Ihrer Schulter erheblich verschlechtert. Viele Armbewegungen über den Kopf sind mit Unsicherheit verbunden. Ihre normale Sportfähigkeit ist sehr eingeschränkt und Sie haben vielleicht schon mehrmals die Schulter ausgekugelt. Die Schulterinstabilität mit wiederholten Luxationen (=Auskugeln der Schulter) kann Ihre Lebensqualität sehr stark beeinträchtigen.

UNTERSUCHUNG

Sie können Ihren Arm in alle Richtungen bewegen. Diese Beweglichkeit kann manchmal aber auch schmerzhaft eingeschränkt sein. Gewisse ÜberkopfBewegungen können mit Angst verbunden sein.

Im Röntgenbild ist der Gelenkspalt normal. Manchmal gibt es Anzeichen für einen umschriebenen Knochendefekt am Oberarmkopf und/oder an der Gelenkspfanne.

Zur genaueren Beurteilung von Knochen und Knorpel und des Zustandes der umliegenden Weichteile, wird meist ergänzend eine MRI (Magnetresonanzdarstellung)- oder eine CT- Untersuchung (Schichtröntgen) durchgeführt.

BEHANDLUNG UND OPERATION

Primär wird versucht mit Physiotherapie (Kraftaufbau der Rotatorenmanschettenmuskulatur) die Schulter zu stabilisieren, sodass in vielen Fällen auf eine Operation verzichtet werden kann.
Wenn Ihre Beschwerden aber dennoch andauern, werden wir Ihnen nach sorgfältiger Beurteilung möglicherweise eine Operation empfehlen. Die Literatur und unsere Erfahrung zeigen, dass die differenzierte Abschätzung des operativen Vorgehens sehr wichtig ist.
Deshalb unterscheiden wir zwischen drei grundsätzlich unterschiedlichen Optionen, die manchmal auch kombiniert werden müssen.

a) Arthroskopische Labrumrefixation

Wenn Ihre Instabilität als Folge einer Labrumläsion (Verletzung der Gelenklippe = Bankartläsion) entstanden ist, sind die Knochenstrukturen in der Regel intakt. In diesem Fall entscheiden wir uns für die sog. anatomische Labrumrefixation, welche die ursprüngliche Anatomie der Gelenkpfanne rekonstruiert.

b) Offener Coracoid-Transfer nach Latarjet

Bei ausgeprägtem Knochenverlust am Oberarmkopf (Hill Sachs-Delle) oder/und an der Gelenkpfanne (knöcherne Bankartläsion), sowie bei chronischen Labrumverletzungen nach zahlreichen stattgefundenen Luxationen ist die Indikation einer offenen Operation mit Coracoid-Transfer (nach Latarjet) empfohlen.

Dabei wird ein knöcherner Fortsatz (der Rabenschnabelfortsatz) vom Schulterblatt mit den anhängenden Sehnen (Conjoint tendon) abgenommen und anschliessend an der Gelenkspfanne fixiert. Bei dieser Knochenblock-Operation sind Rezidive (erneute Luxationen) seltener und die Sportfähigkeit (Überkopf Sportarten, Kontaktsport wie z.B. Handball, Rugby, Basketball etc.) ist nach ca. 6 Monaten postoperativ wieder gegeben.

LEGEND
1 – Hill Sachs-Delle
2 – Knochenverlust bei der Gelenkspfanne
3 – Coracoid-Transfer

 

c) Arthroskopische Kapselraffung

Liegt hingegen eine ausgedehnte Überbeweglichkeit (Hyperlaxität) mit Schulterinstabilität in mehreren Richtungen vor, kann mit der erwähnten Knochenblock-Operation keine genügende Gelenksführung erreicht werden. In diesen Fällen entscheiden wir uns für die sog. Kapselraffung, bei der die Gelenkkapsel verkräftigt und genäht wird. Diese Operation stellt für viele Patienten einen grossen Gewinn dar, sofern sie bereit sind, zusätzlich eine intensive Physiotherapie vor und nach der Operation durchzuführen.

Kapselraffung

ZIEL

Bei allen drei operativen Optionen ist es unser Hauptziel, Sie von Ihrer Instabilität und Ihren Schmerzen zu befreien. Gelegentlich muss ein geringes Defizit in der Beweglichkeit akzeptiert werden oder kann sogar erwünscht sein. Dies liegt daran,dassdasSchultergelenkstärkeralsalleanderenGelenkeunseresKörpers durch das Zusammenspiel der umgebenden Weichteile und Muskeln stabilisiert wird.

RISIKEN

Sie werden bei uns durch erfahrene Operateure behandelt. Dennoch ist kein Eingriff frei von Risiken oder möglichen Komplikationen. Diese sind hier tabellarisch aufgeführt:

  • Gelenksinfektion: -1–2%
  • Verletzung von grösseren Blutgefässen: – 1%
  • Verletzung von grösseren Nerven: – 1%
  • Erneute Ausrenkung des Gelenkes: – ca. 10% nach Labrumrefixation ca. 5% nach der Latarjet-Operation

AUFENTHALT

Der Spitalaufenthalt dauert ca. 3–4 Tage.

Ihr Arm wird während der ersten 6 Wochen nach der Operation in einer Weste ruhiggestellt. Dennoch werden Sie ab dem ersten Tag an mit unseren Physiotherapeuten passive und unterstützte Bewegungsübungen aufnehmen und selbständig üben.

AUSTRITT

Nach Austritt wird die Physiotherapie nahtlos weitergeführt. Diese erfolgt ambulant. Die Hautfäden werden nach ca. 12 Tagen von Ihrem Hausarzt entfernt. Nach der ersten Kontrolle in unserer Sprechstunde (6 Wochen nach der Operation), kann die Schulterweste weggelassen werden. Ebenso wird die Bewegungstherapie kontinuierlich gesteigert. Das Lenken eines Autos ist in der Regel nach ca. 8–10 Wochen für kurze Strecken möglich. Nach ca. 3 Monaten können sie Ihren Arm im Alltag auch mit mittlerer Kraft belasten. Die Physiotherapie zur Verbesserung der Beweglichkeit und der Kraft wird über 6 Monate nach dem Eingriff weitergeführt.

FRAGEBOGEN: QUALITÄTSKONTROLLE

In unserer Praxis werden wir alle Patienten, welche an der Schulter operiert werden, bitten einen Fragebogen auszufüllen. Dieser Fragebogen umfasst Fragen zu Beschwerden und zur Funktionsfähigkeit um Alltag. Wir erhalten dadurch wertvolle Informationen zu Ihrem Behandlungsverlauf. Sie erhalten diesen Fragebogen vor der Operation, 6 und 12 Monate nach der Operation. Die Teilnahme an diesem Projekt ist selbstverständlich freiwillig und beeinflusst Ihre Therapie nicht.

Sollten sich nach unserem Gespräch in der Sprechstunde und der Lektüre dieser Broschüre weitere Fragen ergeben, so stehen wir gerne zu Ihrer Verfügung.

 

 

als pdf zum downloaden: Schulterinstabilität